Partnergewalt wirksam bekämpfen – mit „StoP“ soziale Netzwerke stärken

Gewalt an Frauen ist noch immer ein Massenphänomen mit steigenden Fallzahlen.

 

v.l.: Kornelia Schüler, Anne Pfannschmidt, Renate Matthei, Susanne Selbert, Eva del Coz, Prof. Dr. Sabine Stövesand, Ilona Friedrich, Ursula König, Steffi Burmester, Helga Weber © Ulf Schaumlöffel

© Ulf Schaumlöffel

© Ulf Schaumlöffel

© Ulf Schaumlöffel

© Ulf Schaumlöffel

© Ulf Schaumlöffel

© Ulf Schaumlöffel

© Ulf Schaumlöffel

© Ulf Schaumlöffel

Doch trotz dieser alarmierenden Zahl ist Partnergewalt noch immer kein bedeutendes Thema in der Politik, der Öffentlichkeit oder den Medien. Es gibt jedoch Wege, wie das soziale Umfeld bereits niedrigschwellig auf diese Formen der Gewalt reagieren und intervenieren kann.

Über das Projekt „StoP- Gemeinsam Stadtteile ohne Partnergewalt nachhaltig gestalten“ hat dessen Initiatorin, Prof. Dr. Sabine Stövestand, jetzt in der Neuen Denkerei vor einem großen Publikum in Kassel referiert. Die Professorin für Soziale Arbeit an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften HAW Hamburg kam auf Einladung der drei Soroptimist International Clubs Kassel „Elisabeth Selbert“, „Bad Wilhelmshöhe“ sowie „Kurhessen Waldeck“ und stellte sich nach ihrem Vortrag der interessierten Fragenrunde.

Der Soroptimist Club Kassel Elisabeth Selbert hat damit eine Veranstaltungsreihe fortgesetzt, die sich im vergangenen Jahr bereits dem Thema „Femizide“ gewidmet hatte. Clubpräsidentin Ilona Friedrich sagte: „Wir wollen die zunehmende Gewalt gegen Frauen nicht nur zur Kenntnis nehmen, sondern ein starkes und sichtbares Zeichen dagegensetzen. Mit verschiedenen Aktionen machen wir immer wieder darauf aufmerksam, dass geschlechtsspezifische Gewalt und Gewalt gegen Frauen und Mädchen eine massive Menschenrechtsverletzung darstellt.“

Stadträtin Helga Weber erläuterte für den Magistrat der Stadt Kassel, welche Präventionsmaßnahmen es bei Partnerschaftsgewalt bereits auf kommunaler Ebene gibt und was noch fehlt.

 

StoP - Gewalt gegen Frauen mit einem sozialen Netzwerk begegnen

In Nachbarschaften, die mehr Beziehungen untereinander haben, gibt es weniger Partnerschaftsgewalt, besagt eine durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegte Position. Sie ist Grundlage des 2006 gegründeten „StoP-Projekts“, dessen Konzept die nachhaltige Haltungs- und Verhaltensänderung fördert und auf die wichtige Rolle der Gesellschaft bei Prävention, Sensibilisierung und Normveränderung zur Bekämpfung von Gewalt an Frauen setzt. Mit inzwischen 60 aktiven Standorten in Deutschland und Österreich zeigt es praxisnah, dass die Einbindung von Nachbarschaften und der Aufbau lokaler Netzwerke einen Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt leisten kann. Stövesand bezeichnet dies als „Sozialkapital“, das den Grad des sozialen Zusammenhals definiert. „Die Gewalt gegen Frauen wirft weniger die Frage nach der Qualität einer Beziehung als nach der Qualität eines Gemeinwesens auf“, meint sie und setzt auf ein soziales Netzwerk, das Unterstützungsleistungen anbietet und Teil einer Präventionsstrategie ist.

Die bilateralen Gespräche nach dem inspirierenden Vortrag drehten sich vor allem um eine mögliche Umsetzung von „StoP“ in Kassel.




YouTubeFacebookLinkedInInstagramPodcast
Top